Als es noch keine Plattenwaschmaschinen gab…

(… oder ich sie wenigstens noch nicht kannte). Seit einiger Zeit kaufe ich wieder vermehrt Vinyl. Dies ist natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass viele Veröffentlichungen (ja, es gibt wirklich ein deutsches (!) Wort für „Release“) auch wieder auf schwarzen Scheiben erscheinen. Als Vinyl-Liebhaber kann man da natürlich nicht abseits stehen. Zu gross ist die Versuchung.

So weit, so gut. Leider muss ich feststellen, dass nicht alles (schwarzes) Gold ist, was glänzt. Vermehrt ärgere ich mich über schlechte Pressqualität, fehlende technische Angaben zu den Wiederveröffentlichungen, hohe Preise, unterirdische Plattenhüllen- Qualität, schäbige Innenhüllen und bestenfalls durchschnittlichen Klang.

Da fallen fehlende Angaben auf den Schallplatten selber (handelt es sich um Seite „A“ oder „B“, muss ich 33 1/3 oder 45 Umdrehungen einstellen?) schon kaum mehr ins Gewicht.

Wieso dieser Schlendrian? Haben die lieben Produzenten das Gefühl, gute Arbeit abzuliefern? Sind die „Profis“ von früher ausgestorben, ohne ihr Wissen weitergegeben zu haben? Oder ist dieser Missstand der Profitgier heutiger „Manager“ zu verdanken, die zu allem Überfluss auch keinen Bezug zum Produkt haben?

Wie sonst ist das Schweigen zu Aufnahme-Quelle und Presswerk zu erklären? Und wieso werden „Limited Editions“ angeboten mit fünfstelligen Nummern?

Da passt es gut ins Bild, dass auch „hardware-seitig“ nicht alles funktioniert, wie es zu erwarten wäre. Plattenspieler, die man nicht richtig einstellen kann, weil schlicht die Masse nicht korrekt sind. Spindeln, die zu dick sind, usw. Wir reden wohlgemerkt bei diesen Beispielen von „High-End“ – Produkten.

Man könnte nun einwenden, das war alles auch früher so.

Dagegen sprechen mehrere Tausend LPs in meiner Sammlung aus dem letzten Jahrtausend, die ungewaschen und meist unter 180g schwer, auch nach Jahrzehnten besser klingen, als viele neu erworbene „audiophile“ Pressungen.

Jetzt ist aber genug gelästert. In Kürze werden wieder ein paar Alben vorgestellt, die zeigen, wie man es – auch heute – richtig macht.