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Let’s Rock, Part 2

Sommer! Zeit für eine Auswahl interessanter Rock-/Songwriter-Alben.

Hört Euch mal Steve WaittStranger In A Stranger Land“ an. Wie man den Mann mit Elton John vergleichen kann, ist mir schleierhaft (ausser, dass beide Piano spielen und singen). Mir kommt eher Bruce Hornsby in den Sinn. Saugut. Schade, dass Steve sein Werk (bis jetzt) nicht auf Vinyl herausgebracht hat. Die CD ist aber klanglich perfekt.

The Bottle Rockets gibt es – wie Steve Waitt übrigens auch –  nicht erst seit gestern. Trotzdem fliegen sie seit je irgendwie unter dem Radar. Musikalisch ist es ehrlicher Rock’n Roll mit Country und Folk-Einflüssen. So würde wohl  Bruce Springsteen klingen, wenn er nicht im Geld schwimmen würde. „South Broadway Athletic Club“ solltet Ihr auf keinen Fall verpassen, zumal auch auf Schallplatte zu bekommen.

Zu guter Letzt noch was von früher, genauer von 2009: King Mob mit „Force 9″.  Obskure Scheibe mit nicht so obskuren Akteuren, wie  Glen Matlock und Chris Spedding. Zugreifen! Auch in schwarz zu haben.

Als es noch keine Plattenwaschmaschinen gab…

(… oder ich sie wenigstens noch nicht kannte). Seit einiger Zeit kaufe ich wieder vermehrt Vinyl. Dies ist natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass viele Veröffentlichungen (ja, es gibt wirklich ein deutsches (!) Wort für „Release“) auch wieder auf schwarzen Scheiben erscheinen. Als Vinyl-Liebhaber kann man da natürlich nicht abseits stehen. Zu gross ist die Versuchung.

So weit, so gut. Leider muss ich feststellen, dass nicht alles (schwarzes) Gold ist, was glänzt. Vermehrt ärgere ich mich über schlechte Pressqualität, fehlende technische Angaben zu den Wiederveröffentlichungen, hohe Preise, unterirdische Plattenhüllen- Qualität, schäbige Innenhüllen und bestenfalls durchschnittlichen Klang.

Da fallen fehlende Angaben auf den Schallplatten selber (handelt es sich um Seite „A“ oder „B“, muss ich 33 1/3 oder 45 Umdrehungen einstellen?) schon kaum mehr ins Gewicht.

Wieso dieser Schlendrian? Haben die lieben Produzenten das Gefühl, gute Arbeit abzuliefern? Sind die „Profis“ von früher ausgestorben, ohne ihr Wissen weitergegeben zu haben? Oder ist dieser Missstand der Profitgier heutiger „Manager“ zu verdanken, die zu allem Überfluss auch keinen Bezug zum Produkt haben?

Wie sonst ist das Schweigen zu Aufnahme-Quelle und Presswerk zu erklären? Und wieso werden „Limited Editions“ angeboten mit fünfstelligen Nummern?

Da passt es gut ins Bild, dass auch „hardware-seitig“ nicht alles funktioniert, wie es zu erwarten wäre. Plattenspieler, die man nicht richtig einstellen kann, weil schlicht die Masse nicht korrekt sind. Spindeln, die zu dick sind, usw. Wir reden wohlgemerkt bei diesen Beispielen von „High-End“ – Produkten.

Man könnte nun einwenden, das war alles auch früher so.

Dagegen sprechen mehrere Tausend LPs in meiner Sammlung aus dem letzten Jahrtausend, die ungewaschen und meist unter 180g schwer, auch nach Jahrzehnten besser klingen, als viele neu erworbene „audiophile“ Pressungen.

Jetzt ist aber genug gelästert. In Kürze werden wieder ein paar Alben vorgestellt, die zeigen, wie man es – auch heute – richtig macht.

Pro-Ject Power Box RS

Immer wieder taucht die Frage auf, ob es Sinn macht, die Pro-Ject Phono Box RS mit der Power Box aufzurüsten.

Phono_Power-1

Meine (selbstverständlich absolut subjektiv-objektive) Antwort: Ja, es macht Sinn. Und wie. Klar ist die Power Box nicht gerade günstig (im Vergleich zur Phono Box). Aber für die letzten Klang-Prozente muss man nun mal tiefer in die Tasche greifen.

So ist die Phono Box RS für sich schon ein ausgezeichneter Phono-Amp und – abgesehen von der makellosen Verarbeitungsqualität und der Bedienfreundlichkeit (die meisten Einstellungen kann man an der Front erledigen!) – auch ohne externe Stromversorgung schon auf einem sehr hohen Klang-Niveau. Einen Tag- und Nacht-Unterschied kann man somit natürlich nicht erwarten.

Das Hör-Erlebnis mit der Akku-Stromversorgung  ist schlicht noch packender.

An dieser Stelle könnten jetzt ganz viele blumige Umschreibungen für diese Behauptung stehen. Weil man über Musik aber eigentlich nicht schreibt, sondern sie hört, schlage ich vor:  Überprüfen Sie diese Aussage bei uns in Wangen.

Hegel H80 / H160

Hifi-Verstärker haben heutzutage die nicht ganz triviale Aufgabe, die verschiedensten Arten und Formen von Musikwiedergabe unter einen Hut zu bringen. Dies natürlich möglichst ohne „Ausreisser gen unten“, was die Soundqualität betrifft.
Ein schwieriges Unterfangen, wie die Erfahrung zeigt.

Unter all den Marken, die da Abhilfe versprechen, sind auch die Geräte der norwegischen Firma Hegel. Aussagen wie:

The H160 incorporates technology that „repairs“ some of the damage caused by a low quality source.

machen schon gwundrig. Zu schön, um wahr zu sein?

Ich gebe zu, ich war nicht von Anfang an von Hegel-Amps überzeugt. Als ich Bilder sah und die Spezifikationen las, schienen sie mir doch ein bisschen dürftig ausgestattet zu sein. Nicht betreffend Leistung, versteht sich, aber betreffend Anschlüsse und Anzeige.

Schliesslich war ich gewohnt, auf der Rückseite eines Verstärkers eine Reihe von (analogen) Anschlüssen vorzufinden. Und jetzt? Ganze zwei mickrige Cinch-Inputs! Dafür Digital-Eingänge en masse.

Die Front gefiel mir von Anfang an, nur war ich skeptisch, da die Anzeige sehr rudimentär ist. Da fehlen doch Details, wie zum Beispiel die Auflösungs-Rate.

Das ist die Theorie. In der Praxis sieht die Welt mal wieder anders aus. Ich habe über einen Hegel H160 alles angeschlossen, was ich mir vorstellen kann – und dabei sogar noch einen Cinch-Anschluss frei!

Der CD-Spieler geht über Coax rein und kann so vom ausgezeichneten, integrierten  DAC profitieren. Digital wird die USB- und Netzwerk-Schnittstelle genutzt, um Musik vom PC abzuspielen.

Zwei Plattenspieler sind auch in Betrieb (über zwei Phono-Preamps), einer davon am XLR-Eingang angeschlossen (bevor die Frage nach dem freien Cinch-Eingang aufkommt). Und last but not least, ist für Notfälle noch ein Subwoofer in der Warte-Position (ja, Line-Output haben die Dinger auch), wenn mal Lust auf mehr Bass bestünde. War bislang allerdings nie der Fall. Dies ist natürlich auch den angeschlossenen Neat Momentum 4i zu verdanken. Die haben einen Sub ja quasi integriert.

Zurück zur Front: Ich stellte schnell fest, dass ich gar keine Infos zu Sample-Raten und dergleichen benötige. Ich höre und geniesse nämlich die Musik – in welcher Form auch immer – ohne dabei auf irgendwelche Anzeigen zu starren.

 

Let’s Rock!

Eines vorweg: Was auf diesen Seiten nicht behandelt werden wird, sind Empfehlungen für Esoterik-Jazz, Pseudo-Blues und andere „audiophile“ Werke. Es geht hier um echte Musik, abseits der ausgetretenen Pfade. Wenn diese (auch) auf Vinyl vorliegt: gut, wenn es dazu noch hervorragend klingt: Umso besser!

Den Anfang machen drei Rock-Scheiben vom vergangenen Jahr:

Cats In Space sollte man sich unbedingt anhören, wenn man auf klassischen 70er Rock steht. Hier überzeugt wirklich jeder Song. Dass ein paar Veteranen (Sweet, 10cc) mitmachen, soll nicht verschwiegen werden, obwohl dies natürlich nicht in jedem Fall per se ein Qualitätsmerkmal ist.

Ein bisschen rauer und verschnörkelter geht es bei Antemasque zu. Wem Mars Volta manchmal schon fast zu „nervös“ sind (geht mir auf jeden Fall so), wird hier zufriedengestellt. Hier stehen (eher kompakte) Songs im Vordergrund und nicht ein Gefrickel.

Last but not least: The Darkness „Last of our kind“ ist eine hervorragende Hardrock-Scheibe, die letztes Jahr leider ein bisschen untergegangen ist. Die Band ist hörbar gereift und veröffentlicht in regelmässigen Abständen abwechslungsreiche Kost für die Härteren unter uns.

Alles Vorgestellte gibt es auch auf Vinyl, im Falle „The Darkness“ sogar farbig. Anhören kann man es sich bei amazon.de oder live bei uns, in unseren heimeligen Showrooms. Verpflegung, Getränke und Fachsimpeln natürlich inbegriffen.